Integrationsangebote

Integrationsangebote helfen ausländischen Personen, die Regelstrukturen besser kennenzulernen und leichter Zugang dazu zu finden. Zum Beispiel Schule, Ausbildung, Arbeit und Gesundheitswesen. So können ausländische Personen besser am gesellschaftlichen Leben teilhaben.

1. Information und Beratung

Personen, die in den Kanton Jura einreisen, erhalten Informationen und Tipps, zum Beispiel:

  • zum Alltag
  • zu Rechten und Pflichten
  • zu Französischkursen
  • zur Unterstützung von Kleinkindern
  • zur Ausbildung
  • zur Arbeit
  • zum Schutz vor Rassismus

Nach der Ankunft werden die Personen zu einer Begrüssungsveranstaltung eingeladen. Gemeinde und Kanton heissen sie herzlich willkommen und informieren über das Leben im Kanton und nützliche Dienstleistungen.

Für weitere Informationen und Beratung zu Integration und Bekämpfung von Rassismus wenden Sie sich bitte an dieses Büro:

Bureau de l’intégration des étrangers et de la lutte contre le racisme (Büro für Integration von Ausländern und zur Rassismusbekämpfung)

Faubourg des Capucins 20 – 2800 Delémont (Delsberg)

E-Mail: secr.bi@jura.ch

Tel. 032 420 51 12

Montag und Donnerstag von 8.30 bis 12.00 Uhr und von 13.30 bis 16.30 Uhr

Freitag von 8.30 bis 12.00 Uhr und von 13.30 bis 16.00 Uhr.

Der AJAM bietet Information und Beratung speziell für Personen aus dem Asylbereich an.

Dokumentationszentrum (Centre de documentation) für alle

In der Bibliothèque cantonale jurassienne (Jurassische Kantonsbibliothek) in Porrentruy (Pruntrut) gibt es ein Dokumentationszentrum für die breite Öffentlichkeit und für Fachleute. Hier findet man Informationen zu den Themen Integration und Rassismus.

2. Französischkurse

Französisch zu lernen ist wichtig, um sich gut zu verstehen und eine Arbeit oder Ausbildung zu finden. Das hilft auch, alltägliche Probleme zu lösen.

Französischkurse im Kanton Jura

Das Programm COMUNICA bietet Französischkurse für ausländische Personen von Anfängern (A1) bis zu Fortgeschrittenen (B2) an. Diese Kurse sind nicht teuer. Im Programm COMUNICA gibt es auch Kurse für Menschen, die unser Alphabet nicht kennen oder Schwierigkeiten beim Lesen oder Schreiben haben: die Alphabetisierungskurse.

Gewisse Gemeinden bezahlen einen Teil der Kurskosten.

Das Centre d’Animation et de Formation pour Femmes et Familles – CAFF (Animations- und Ausbildungszentrum für Frauen und Familien) ) bietet Französischkurse für Frauen mit Kinderbetreuung vor Ort an. Diese Kurse sind nicht teuer.

Es gibt noch weitere Französischkurse in der Region.

Der AJAM bietet auch Sprachkurse speziell für Personen aus dem Asylbereich an.

Welches Französisch-Sprachniveau?

Um das Niveau der Französischkenntnisse einer Person zu ermitteln, wird häufig der «Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen: Lernen, Lehren, Bewerten (GER)» angewendet.

Er reicht von Niveau A1 (Anfänger) bis Niveau C2 (annähernd muttersprachliche Kenntnisse). Um eine Berufsausbildung zu absolvieren, braucht es oft ein Niveau B1 oder B2.

Der fide-Test prüft das Niveau der Französisch-Kenntnisse für den Alltag in der Schweiz. Er testet das Niveau der mündlichen Sprache (Sprechen) und der geschriebenen Sprache. Die Ergebnisse werden in einem «Sprachenpass» ausgewiesen. Dieser Pass kann verwendet werden, um eine Stelle zu suchen, eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung zu beantragen oder die Schweizer Staatsbürgerschaft zu beantragen.

3. Ausbildung und Arbeit

Viele Menschen kommen zum Arbeiten in den Kanton Jura. Zudem kommen 5% der Ausländerinnen und Ausländer in den Kanton Jura, um eine Berufsausbildung zu absolvieren.

Für Ausländerinnen und Ausländer ist es aber oft schwierig, sich in die Arbeitswelt zu integrieren. Es ist aus verschiedenen Gründen schwierig: Die administrativen Abläufe sind kompliziert, die Schulen und Ausbildungen in ihrem Land sind nicht gleich wie in der Schweiz, die Erfahrungen und Abschlüsse ihres Landes werden in der Schweiz nicht anerkannt, viele Personen sprechen nicht gut genug Französisch und, sie haben kaum Freunde oder Bekannte. Manchmal werden Menschen bei der Arbeitssuche oder am Arbeitsplatz diskriminiert oder ungerecht behandelt.

Hilfestellungen bei der Arbeitssuche

Das Office régional de placement - ORP (Regionale Arbeitsvermittlungszentrum - RAV) unterstützt Personen bei der Arbeitssuche .

Beim Bureau de l’intégration des étrangers et de la lutte contre le racisme (Büro für Integration von Ausländern und zur Rassismusbekämpfung) sind zwei Broschüren erhältlich. Dies sind die Titel:

  • «Rechercher un emploi dans le canton du Jura» (Informationen und Hilfsmittel)
  • «Tous égaux face à l’emploi. Guide des bonnes pratiques pour la prévention du racisme et des discriminations dans le monde du travail» (vor allem für Arbeitgeber)

Hilfestellungen, um eine Ausbildung zu finden und beginnen

Die Programme PréFOR und INVOL+ richten sich an Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren, die neu in die Schweiz gekommen sind.

Diese Programme unterstützen die Jugendlichen beim späteren Einstieg in eine Berufsausbildung.

Das Service de la formation postobligatoire - SFP (Amt für nachobligatorische Bildung) unterstützt Jugendliche und Erwachsene bei der Suche nach einer Berufsbildung .

Der AJAM hilft bei der Suche nach einer Ausbildung speziell für Personen aus dem Asylbereich.

4. Kleinkinder (0–4 Jahre)

Die ersten Lebensjahre sind wichtig für die Entwicklung eines Kindes. In dieser Zeit lernt das Kind sehr viel. Es ist wichtig, dem Kind eine solide Basis zu geben, vor allem für seine Schulbildung.

Das Centre d'Animation et de Formation pour Femmes et Familles - CAFF (Animations- und Ausbildungszentrum für Frauen und Familien) bietet Workshops für Eltern und Kinder an.

In diesen Kursen wird über die Rolle der Eltern und darüber gesprochen, wie sie ihr Kind auf einen guten Schulstart vorbereiten können.

«Petits:pas» ist ein Programm, das von Familles2000 angeboten wird.

Dieses Programm unterstützt die Entwicklung der Kinder. Es hilft ihnen bei der Integration in die Gesellschaft. Durch Spiele und Aktivitäten mit ihren Eltern lernen die Kinder sprechen, sich zu bewegen, Freunde zu haben, mit Emotionen umzugehen etc.

«bücherbad» organisiert Aktivitäten rund um Bücher und Geschichten in über 80 Sprachen.

Bücher und Spiele zum Zusammenleben: Es gibt Bücher und Spiele, um mit den Kindern über die verschiedenen Kulturen und das Zusammenleben zu sprechen. Eine Auswahl von Büchern und Spielen in der Bibliothèque cantonale jurassienne (Jurassischen Kantonsbibliothek) in Porrentruy (Pruntrut) erhältlich.

Französisch und Kinder

Fremdsprachige Kinder sollten möglichst früh mit französischsprachigen Kindern in Kontakt kommen. Es ist wichtig, dass sie Französisch lernen, bevor sie in die Schule gehen. Kindertagesstätten, Kindergärten oder spezielle Angebote für Eltern und Kinder eignen sich dafür sehr gut.

Eltern sollen möglichst viel ihre Sprache mit den Kindern anwenden. Das ist auch wichtig.

Zum Beispiel: viel mit den Kindern sprechen, ihnen zuhören, ihnen Geschichten in ihrer Mutter- bzw. Elternsprache erzählen.

Schulkinder können auch Kurse in ihrer eigenen Sprache besuchen. Diese Kurse heissen: Kurse in heimatlicher Sprache und Kultur (HSK-Kurse). Sie werden in der Regel von der Botschaft oder dem Konsulat oder einem Verein des Heimatlandes organisiert.

Die Schulen vermitteln alle nötigen Informationen zu den HSK-Kursen.

5. Das «Zusammenleben»

In unserem Kanton sollen sich alle wohlfühlen. Jeder Mensch ist Teil der Gesellschaft und bringt seine Kompetenzen zum Wohle aller ein. Jeder Mensch kann sich im Alltag engagieren: in der Gemeinde, im Quartier oder mit den Nachbarn.

Vereine, ausländische Personengruppen und Religionsgemeinschaften sind dafür wichtig. Auch Freiwilligenarbeit ist möglich.

Wollen Sie Projekte starten, um das «Zusammenleben» zu unterstützen?

Nützliche Informationen und Tipps finden Sie unter:

Bureau de l’intégration des étrangers et de la lutte contre le racisme (Büro für Integration von Ausländern und zur Rassismusbekämpfung)

Faubourg des Capucins 20

2800 Delémont (Delsberg)

E-Mail: secr.bi@jura.ch

Tel. 032 420 51 12

Montag und Donnerstag von 8.30 bis 12.00 Uhr und von 13.30 bis 16.30 Uhr

Freitag von 8.30 bis 12.00 Uhr und von 13.30 bis 16.00 Uhr.

Für Frauen

Das Centre d’Animation et de Formation pour Femmes et Familles - CAFF (Animations- und Ausbildungszentrum für Frauen und Familien) bietet Workshops und Aktivitäten für Migrantinnen an. Diese Kurse bieten die Möglichkeit an, französisch zu sprechen und neue Personen kennenzulernen.

Für alle (Männer und Frauen)

Caritas Jura betreibt den LARC. Er ist ein Ort, der allen offensteht. Er bietet Aktivitäten, um sich zu treffen und neue Leute kennenzulernen.

Das Bureau de l'intégration des étrangers et de la lutte contre le racisme (Büro für Integration von Ausländern und zur Rassismusbekämpfung) organisiert manchmal Veranstaltungen wie Diskussionsrunden oder Ausstellungen zu Integrations- oder Rassismusthemen.

6. Bekämpfung von Diskriminierung und Rassismus

Wird eine Person ungerecht behandelt? Wird sie weniger respektiert als andere wegen:

  • ihrer Herkunft
  • ihres Geschlechts
  • ihres Alters
  • ihrer Sprache
  • ihrer sozialen Situation
  • ihrer Lebensweise
  • ihrer Religion, ihrer Werte oder ihrer politischen Ansichten
  • oder wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung?

Dann ist diese Person Opfer von Diskriminierung.

Man sagt auch: Diese Person wird diskriminiert.

In der Schweizer Verfassung steht: Niemand darf diskriminiert werden.

Artikel 261bis des Strafgesetzbuches stellt öffentliche Diskriminierungshandlungen unter Strafe.

Dennoch gibt es in vielen Lebensbereichen Diskriminierung und Rassismus.

Zum Beispiel bei der Arbeit, bei der Wohnungssuche oder im Umgang mit den Nachbarn.

Das kann in Form von verletzenden Worten, Aggressionen oder Ungerechtigkeiten sein.

Leider passiert dies oft im Verborgenen. Man sieht es nicht.

Sind Sie Opfer von Diskriminierung oder Rassismus?

Oder haben Sie Diskriminierung oder Rassismus gesehen?

Dann kontaktieren Sie dieses Büro:

Bureau de l’intégration des étrangers et de la lutte contre le racisme (Büro für Integration von Ausländern und zur Rassismusbekämpfung)

Faubourg des Capucins 20 – 2800 Delémont (Delsberg)

E-Mail: secr.bi@jura.ch

Tel. 032 420 51 12

Montag und Donnerstag von 8.30 bis 12.00 Uhr und von 13.30 bis 16.30 Uhr

Freitag von 8.30 bis 12.00 Uhr und von 13.30 bis 16.00 Uhr.

Dort finden Sie ein offenes Ohr und erhalten Informationen und Tipps.

Dieses Büro erfasst und registriert alle Diskriminierungsfälle im Kanton Jura.

Lust, sich gegen Rassismus zu engagieren?

Dieses Büro berät und unterstützt Sie bei Ihren Projekten gegen Rassismus.

7. Dolmetschen und Übersetzen

Wenn Sie in die Schweiz kommen, sprechen Sie noch kein Französisch oder verstehen es nicht gut. Sehr oft ist es aber wichtig, sich gut zu verständigen.

Für einfache Situationen können Sie Freunde, die Familie oder Personen aus Ihrer Gemeinde bitten, Ihnen beim Übersetzen zu helfen.

Für wichtige oder private Gespräche (z.B. mit einem Arzt, in der Schule oder für offizielle Papiere) ist es besser, wenn Sie von einer professionelle Dolmetscherin oder einem professionellen Dolmetscher Sie begleitet werden.

Der Dienst «Verständigung für alle» von Caritas Schweiz vermittelt professionelle Dolmetscherinnen und Dolmetscher.

Es sind interkulturelle Dolmetschende. Einige davon kommen aus Ihrem Land. Sie sprechen Ihre Sprache und kennen Ihre Kultur. Sie arbeiten persönlich, telefonisch oder per Video. Diese Dolmetscherinnen und Dolmetscher helfen Ihnen auch bei speziellen Formalitäten.